Sicherlich haben Sie schon einmal eine Hypnoseshow im Fernsehen oder sogar live gesehen. Bei solchen Shows werden wildfremde Personen zum Umfallen gebracht, zwischen Stühle gelegt, man lässt sie Zahlen vergessen, am Boden festkleben und so weiter. Die Frage, die sich viele stellen: „Ist das wirklich alles echt, oder sind die Leute gekauft?“ Die Antwort ist eindeutig: alles echt, kein doppelter Boden, keine gekauften Personen.

Ein Zustand tiefer Entspannung

Eine Hypnose ist im eigentlichen Sinn ein Zustand der tiefen Entspannung – irgendwo zwischen Wachbewusstsein und Schlaf, oft auch als Trance bezeichnet. Auch wenn bei der Hypnose häufig das Wort „Schlaf“ benutzt wird, ist sie kein Schlaf oder gar eine Narkose. Je nach Tiefe der Hypnosestufe kann es vorkommen, dass sich der Hypnotisierte an manche Momente nicht mehr erinnern kann – das ist jedoch trotzdem keine Narkose. In den meisten Fällen bekommen hypnotisierte Personen nahezu alles mit und sind selbst überrascht, dass ihr Unterbewusstsein trotzdem auf Befehle reagiert hat.

Ein Zustand, den wir alle kennen

Der beschriebene Trance-Zustand ist jedem von uns interessanterweise sehr wohl bekannt. Unser Gehirn schaltet mehrfach am Tag in diesen Bewusstseinszustand – beispielsweise kurz vor dem Einschlafen: Sie liegen im Bett, sind nicht mehr ganz wach, schlafen aber auch noch nicht. Sehr häufig passiert das auch beim Autofahren: Wie oft ist es Ihnen so ergangen, dass Sie eine Weile gefahren sind und plötzlich überlegen, wie Sie hierhergekommen sind, oder ob die letzte Ampel grün war? In diesen Augenblicken befinden wir uns in einer „leichten“ Trance und somit in Hypnose.

Sie selbst werden den Übergang vom Wachbewusstsein zur leichten Trance nicht merken. Ebenso wird es den Personen gehen, die Sie hypnotisieren – Sie können den genauen Zeitpunkt des Einsetzens der Hypnose nicht feststellen.

Was passiert beim Hypnotisieren?

Wenn Sie also jemanden hypnotisieren, führen Sie diesen Zustand bei einer anderen Person bewusst herbei und halten – im Idealfall – diesen Zustand oder vertiefen ihn. Genau genommen können Sie niemanden hypnotisieren, sondern bringen ihn lediglich dazu, sich bewusst in den Zustand zu begeben. Lässt sich Ihr Gegenüber darauf ein, haben Sie Zugang zu dessen Unterbewusstsein und können Suggestionen – eine Art Befehl – geben. Wenn Sie es richtig anstellen, wird die hypnotisierte Person auf Ihre Suggestionen reagieren und diese ausführen.

Sobald sich eine Person in Hypnose befindet, können tatsächlich Phänomene auftreten, die im normalen Wachzustand kaum möglich sind – etwa das Schmerzempfinden für eine gewisse Zeit auszuschalten, Sinnestäuschungen hervorzurufen oder Bewegungsunfähigkeit für den gesamten Körper oder bestimmte Körperteile zu erzeugen. Je tiefer eine Person sich in Hypnose fallen lässt, desto mehr solcher Phänomene sind möglich.

Nichts Mystisches, sondern anerkannte Praxis

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, ist hier nichts von Übersinnlichem, Mystischem, Magischem oder Glauben die Rede. Das hat gute Gründe, denn Hypnose hat damit nichts zu tun. Eine Trance kann medizinisch gemessen werden und ist mittlerweile sogar von der Schulmedizin weitgehend anerkannt. In einigen Zahnarztpraxen und Kliniken kommt Hypnose teilweise sogar bei kleineren operativen Eingriffen zum Einsatz.

Da Hypnose seitens der Medien leider oft falsch dargestellt wird, ist es wichtig, verantwortungsbewusst mit dem Thema umzugehen – Hypnose weder als mystisch noch als magisch darzustellen, auch wenn faszinierend anmutende Phänomene hervorgerufen werden können.