Um Hypnose ranken sich zahlreiche Mythen. Hier räumen wir mit den häufigsten auf.

„Das Unterbewusstsein versteht kein NEIN“

Eine der größten Unwahrheiten über Hypnose dürfte sein, dass das Unterbewusstsein das Wort „Nein“ beziehungsweise Negationen nicht versteht – das ist in vielen Büchern nachzulesen. In der Praxis lässt sich das jedoch nicht bestätigen. Natürlich sollte ein Hypnotiseur seine Suggestionen möglichst positiv formulieren, aber das Unterbewusstsein versteht Verneinungen sehr wohl. Sagt der Hypnotiseur beispielsweise „Du kannst deinen Arm nicht mehr bewegen“, müsste diese Suggestion laut dieser Theorie nicht funktionieren – tatsächlich wirkt sie aber ohne Weiteres.

„Unter Hypnose sind Verbrechen unmöglich“

Auch das entspricht nicht der Wahrheit. Es braucht zwar eine entsprechende Portion krimineller Energie sowie einen passenden Probanden, aber grundsätzlich sind Verbrechen unter Hypnose möglich – etwa indem dem Probanden eine andere Realität vorgegaukelt wird. Ebenso ist Hypnose gegen den erklärten Willen eines anderen theoretisch möglich. Solche Vorgehensweisen sind aus meiner Sicht klar abzulehnen und grenzen an Körperverletzung. Wer erkennbar nicht hypnotisiert werden möchte, sollte grundsätzlich nicht hypnotisiert werden.

„Nur leicht beeinflussbare Menschen sind hypnotisierbar“

Ein weit verbreiteter Irrtum. Forschungen zeigen sogar das Gegenteil: Menschen mit höherem IQ gehen tendenziell leichter in Trance als andere. Man geht davon aus, dass rund 97 % aller Menschen hypnotisierbar sind – der eine besser, der andere schlechter. Scheitert eine Hypnose, liegt das meist an anderen Gründen als an mangelnder Intelligenz.

„Man braucht ein Pendel oder besondere Fähigkeiten“

Ein Pendel, eine Taschenuhr oder ein besonders stechender Blick sind für eine Hypnose nicht notwendig – das ist reine Show. Hypnose ist Wissen und Technik, die jeder erlernen kann. Ein Kaffeelöffel funktioniert als Pendelersatz genauso gut.

„Der Hypnotiseur plaudert alle Geheimnisse aus“

Diese Sorge haben viele Klienten – in Hypnosetherapie oder -coaching kommt es tatsächlich manchmal vor, dass Persönliches zur Sprache kommt, aber nur, wenn es für die Lösung des Problems relevant ist. Im Normalfall entscheidet der Klient selbst, was er erzählen möchte. Ein guter Hypnotiseur lässt seinem Gegenüber diese Wahl.