Wer frisch von einem Hypnoseseminar kommt und bislang noch wenig geübt hat, dem unterlaufen gerne ein paar typische Anfängerfehler. Am Ende geht es immer darum, dem Hypnoseprobanden eine Hypnose erleben zu lassen, bei der er oder sie sich wohlfühlt – und dafür lohnt es sich, folgende Fehlerquellen von Anfang an zu vermeiden.

Fehler 1: Unsicheres Auftreten

Gerade bei Neulingen kommt es häufig vor, dass sie unsicher wirken. Unsicheres Auftreten ist Gift für eine gute Hypnose! Der Proband muss spüren, dass man sich seiner Sache sicher ist und sich voll und ganz auf einen verlassen kann. Sobald er auch nur den Anschein von Unsicherheit wahrnimmt, kann das den Verlauf der Hypnose entscheidend beeinflussen. Deshalb gilt: anfangs eine Hypnoseeinleitung wählen, die einem wirklich liegt, und die einzelnen Bewegungsabläufe ruhig auch „trocken“ üben, ohne jedes Mal eine komplette Hypnose durchzuführen.

Fehler 2: Stockendes Reden

Flüssiges Reden ist das A und O. Die eigenen Texte, die man bei der Hypnose einsetzen will, sollten so oft geübt werden, dass man sie flüssig sprechen kann. Ein holpriges Gestammel signalisiert dem Probanden Unsicherheit – mit denselben negativen Folgen wie oben beschrieben. Speziell die Standardtexte zum Vertiefen und Beenden einer Hypnose sollte man möglichst frei beherrschen – das ist das Handwerkszeug jedes Hypnotiseurs.

Fehler 3: Zu wenig vertiefen

Einer der häufigsten Anfängerfehler ist, die Hypnose zu wenig zu vertiefen. In Hypnoseseminaren bekommt jeder Teilnehmer üblicherweise Beispieltexte an die Hand, mit denen man eine Hypnose vertiefen kann – diese sollten immer wieder genutzt werden. Wichtig dabei: Direkt nach der Hypnoseeinleitung sollte man durchgehend weiterreden, ohne Pausen. Macht man in der Vertiefungsphase eine Pause, kann es passieren, dass sich der Proband selbst wieder aus der Hypnose herausholt.

Fehler 4: Nicht hinter den eigenen Suggestionen stehen

Wer Suggestionen gibt, sollte auch wirklich dahinterstehen. Entspricht eine Suggestion nicht der eigenen Überzeugung, merkt das der Proband, und sie wird vermutlich nicht wirken. Zur guten Formulierung gehört auch, dass man das Gesagte fühlt und entsprechend betont – über Stimmlage und Lautstärke. Am besten klärt man schon vor der Hypnose, welche Suggestionen zum Einsatz kommen sollen, und arbeitet sich in das jeweilige Thema ein. Mit der Zeit und Übung wird freies Formulieren immer leichter.

Fehler 5: Die Hypnose nicht sauber beenden

Reißt sich ein Proband einmal unerwartet selbst aus der Hypnose, machen manche Neulinge den Fehler, die Hypnose dann gar nicht mehr richtig zu beenden. Doch egal wie lange eine Hypnose gedauert hat und wie der Proband reagiert hat: Die Hypnose sollte immer korrekt beendet werden. Am besten bittet man den Probanden, die Augen noch einmal zu schließen, und löst die Hypnose so auf, als wäre sie ein voller Erfolg gewesen – inklusive der vollständigen Rücknahme aller gegebenen Suggestionen, um unerwünschte Nachwirkungen zu vermeiden.