Als Lebenscoach und Hypnotiseur werde ich mit dieser Frage immer wieder konfrontiert. Wenn ich selbst an meine Zeit denke, bevor ich mich mit dem Thema Hypnose beschäftigt habe, kann ich sehr gut verstehen, dass sich mancher fragt, ob man vor Hypnose Angst haben sollte. Als „Otto-Normalverbraucher“ weiß man über Hypnose meist viel zu wenig, um sich diese Frage selbst zu beantworten – und die Medien, die Hypnose oft mystisch oder als Humbug darstellen, helfen dabei nicht wirklich weiter. Erst nachdem ich mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und selbst eine Hypnose erlebt habe, hatte ich Klarheit darüber, was Hypnose wirklich ist und wie sie sich anfühlt.
Was ist Hypnose denn nun wirklich?
Häufig haben wir Menschen vor etwas Angst, weil wir nicht genau darüber Bescheid wissen. Das bedeutet: Man hat meist keine Angst vor Hypnose selbst, sondern eher vor der Ungewissheit dahinter. Dabei ist Hypnose für uns Menschen gar kein „besonderer“ Zustand, sondern einer, den wir mehrmals täglich erleben – ob beim Autofahren, beim Fernsehschauen oder in einer ruhigen Minute auf dem Sofa. Hypnose ist schlicht ein Zustand tiefer Entspannung. Schließt man die Augen, atmet ein paar Mal tief durch und entspannt sich körperlich wie geistig, befindet man sich bereits in einer leichten Hypnose. Fühlt sich gar nicht so besonders anders an, oder?
Wie fühlt sich Hypnose an?
Genauso, wie eben beschrieben: Augen geschlossen und entspannt. Das ist allerdings nur eine sehr leichte Hypnose und hat mit einer Showhypnose im Fernsehen noch wenig zu tun. Für eine Showhypnose braucht es Menschen, die in sehr kurzer Zeit sehr tief in Hypnose gehen – ein Zustand vergleichbar mit dem Moment kurz vor dem Einschlafen. In dieser Tiefe fühlt man sich oft leicht benommen, wie „in Watte gepackt“ und ein Stück weit weg. In diesem Zustand ist der Mensch dann nahezu willenlos.
Wacht man immer aus einer Hypnose auf?
Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Ja, man wacht immer aus einer Hypnose auf – selbst wenn der Hypnotiseur mitten in der Sitzung umfallen würde. Ganz einfache körperliche Mechanismen (zum Beispiel Harndrang) würden irgendwann dazu führen, dass man die Augen öffnet. Hypnose beendet. Auch das ist ein guter Grund, keine Angst vor Hypnose zu haben.
Muss man nun Angst vor Hypnose haben oder nicht?
Vor einer Hypnose an sich muss man keine Angst haben – schon gar nicht vor einer Selbsthypnose. Wer sich jedoch von einem Hypnotiseur hypnotisieren lässt, sollte sich diese Person genau anschauen und Vertrauen zu ihr aufbauen, denn ohne Vertrauen kommt keine Hypnose zustande. Hier zählt oft das Bauchgefühl mehr als alles andere. Bei einem seriösen Hypnotiseur, Lebenscoach oder Hypnosetherapeuten erreichen die meisten Menschen keine so tiefe Hypnose, dass sie wirklich „willenlos“ wären – vorausgesagt werden kann das allerdings nie ganz genau, weshalb das Vertrauen zum Hypnotiseur das Wichtigste überhaupt ist.
Lässt man sich auf eine Showhypnose in einer Disco oder auf einer Bühne ein, sollte einem bewusst sein, dass man Teil einer Show wird und die Zuschauer unterhalten werden sollen. Was dabei gezeigt wird, ist echt und nicht gespielt – aber die Leute lachen dabei über das, was man tut. Wird das für den Probanden beschämend, hat der Showhypnotiseur einen großen Fehler gemacht, denn dann bekommt das Thema Hypnose zu Unrecht ein negatives Image.